VON POTSDAM NACH ST. PETERSBURG - UND ZURÜCK (TEIL 3 VON 8) by Martin Drobusch

Im dritten Teil des Reiseberichtes begeben wir uns von Litauen aus weiter nach Norden über die Landesgrenze hinweg nach Lettland. Die lettische Hauptstadt Riga stellt unser nächstes Hauptziel auf dem Weg nach Russland dar. Eine Bleibe dafür haben wir auch erst wieder kurzfristig und spontan von unterwegs über das Handy gebucht... Unser Augenmerk lag dabei meist auf einer guten Nähe zum Zentrum - sodass wir vor Ort aufs Auto verzichten können und stattdessen zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Regionen und Städte erkunden.

Nach einem guten Frühstück zur Stärkung ging es daher rasch weiter - die Kilometer sausen an uns vorbei und wir landen schließlich an der Landesgrenze zu Lettland und kurz darauf in der "Moskauer Vorstadt" - einem auf den ersten Blick weniger einladenden Bezirk Rigas... der jedoch unter fotografischen Aspekten aber auch vom geschichtlichen Standpunkt viel über die Stadt erzählt - inklusive einiger dunkler Kapitel zu Zeiten des 2. Weltkrieges.

Auf der anderen Seite ist Riga eine unglaublich lebendige, junge und dynamische Stadt mit einem quirligen Nachtleben, tollen Restaurants und Bars. Die Altstadt bietet viele Facetten und die riesigen Hallen in Bahnhofsnähe - die die Deutschen einst zum Bau von Zeppelinen nutzten - wurden in Markthallen umfunktioniert in denen man wunderbar flanieren und landestypische Waren kaufen kann.

Wer sich wie wir in der Stadt nicht mit dem eigenen Auto fortbewegen möchte, kann die zahlreichen öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Neben Bussen, hochmodernen und geräumigen Straßenbahnen kann man auch in historischen Zügen unterwegs sein - die "Retro-Tram mit der Aufschrift 1901" fällt dabei besonders auf und ist von Mai bis September an Wochenenden und Feiertagen im Einsatz. Für schmale 2€ p.P. bekommt man ein wirklich tolles Erlebnis durch die abwechslungsreiche Stadt Rigas mit all Ihren Facetten. Nicht zuletzt wird Riga in Reiseführern häufig auch als "Perle des Baltikums beschrieben". 

Wer Abends noch Kraft hat - dem sei unbedingt das Nachtleben von Riga ans Herz gelegt. Egal ob man einfach nur gut essen möchte, Lust auf tanzen hat oder den Abend in einer der unzähligen Bars verbringen möchte. Riga bietet für jeden das Richtige... inklusive dem passenden Rigaer Likör mit dem Namen "Rigaer Black Balsam". Diesen Kräuter-Likör gibt es mittlerweile gar in verschiedenen Geschmacksrichtungen und er eignet sich auch hervorragend als Mitbringsel. 

Verlässt man Riga anschließend wieder 'gen Norden - gehört ein Sprung ins Kalte Nasse der Rigaer Bucht bzw. besser gesagt Ostsee natürlich fast schon obligatorisch dazu - kurz: Eine tolle Stadt!

 

Standardzoom für Sony... die Auswahl ist "überschaubar". Jetzt kommt Tamron mit dem 28-75 RXD für Sony by Martin Drobusch

Es ist in der Tat kein leichtes Thema, wenn man rückblickend von einem klassischen DSLR System kommt und es dort aufgrund der Historie unzählige Objektive aller Couleur gibt. 

So gibt es etwa für Nikon oder Canon Vollformat nicht nur die "hauseigenen" 24-70mm Standard-Zooms - sondern häufig auch Derivate von so genannten Drittherstellern wie Sigma oder Tamron. Dabei gibt es praktisch für jeden Geldbeutel das passende Objtkiv - meist mit durchgehender f/2.8... und dann gibt es da noch einen riesigen Gebrauchtmarkt - in dem entsprechend potente Objektive zu erschwinglichen Preisen für nahezu jeden zu bekommen sind.

Und dann gibt es das verhältnismäßig "junge" Sony E-Bajonett - im Vollformatbereich (Kleinbild) FE genannt. Und genau hier wurde es bisher ungemütlich, da es de facto kaum Alternativen zu den Sony-eigenen Objektiven gab/gibt.

So liegt die obere Speerspitze bei Betrachtung der s.g. Standardzooms für Kleinbild (Sony FE) beim >2000€ teuren 24-70 GM f/2.8 von Sony selbst... und dann kommt erst einmal: NICHTS. 
Wer auf die f/2.8er Blende verzichten kann und weniger Budget zur Verfügung hat kann zum 24-70 f/4 Sony/Zeiss greifen... Preislich liegt man dann etwa bei der Hälfte zum GM.... es ist auch leichter und kleiner - bringt zudem einen Bildstabilisator mit. Nur optisch hat es leider so seine Grenzen - besonders an Kameras mit einem sehr hohen Pixelcount wie der A7r Reihe (42MP).
Am unteren Ende findet man dann noch das s.g. "kit-Objektiv" - ein 28-70er mit f/3.5-5.6 - also einer variablen Blende und ebenfalls einem Stabilisator - zu wirklich fairen Preisen! Mit dem Glas macht man für den Anfang sicher nichts falsch - aber wenn man dann etwas mehr möchte, wirds halt eng.
 

In diese "Nische" scheint nun der Objektivhersteller Tamron springen zu wollen.

Bildquelle: tamron.eu

So kündigte man vor kurzen ein 28-70 RXD f/2.8er Zoom an - welches optisch hohen Ansprüchen entsprechen soll und - laut Hersteller - zudem alle Sony-eigenen Funktionen unterstützen wird - zu einem Preisschild von aktuell gelisteten 829€ (UVP 1099€). Damit rangiert das Tamron preislich in etwa auf Sony-Zeiss f/4 Niveau ein - bringt aber eine ganze Blende "MEHR" an Lichtstärke mit... zudem eine deutlich verringerte Naheinstellgrenze im Weitwinkelbereich. Auf der anderen Seite verliert man "untenrum" 4mm an Weitwinkel... und ja, das kann oder wird für den ein oder anderen gewiss ein eindeutiger Kontrapunkt sein, da der Unterschied zwischen 24mm und 28mm rein praktisch tatsächlich viel heftiger ist als der zwischen 70mm und 75mm.
Andererseits  darf man das ganze sicher auch nicht überbewerten, denn wer etwa von einer klassischen APS-C ("Crop") Kamera kommt - egal ob klassisch aus dem DSLR Bereich oder bereits einem spiegellosen System - wird oft mit diversen 18-xx Objektiven unterwegs gewesen sein. Umgerechnet auf's Kleinbild ergäbe das in etwa 27mm an Bildwirkung. Wirkliche Weitwinkel-Fans haben vermutlich sowieso noch ein 16-35er oder dergleichen rumliegen :)

Einen Bildstabilisator hat das Tamron nicht an Board - das "teure" GM von Sony hat diesen jedoch auch nicht eingebaut - da die meisten Sony-Kameras einen solchen ja bereits eingebaut haben. Tamron scheint zudem den Fokus besonders auf die Größe und das Gewicht gelegt zu haben. Mit 550g ist es für ein 2.8er Zoom relativ leicht. Das Sony 2.8er GM Pendent bringt dagegen ganze 886g auf die Waage.

Kurz: Tamron bringt mit dem 28-75 RXD den Sony "FE-Markt" in Bewegung und positioniert sich preislich in einem sehr attraktiven Bereich. Sollte das Objektiv optisch sehr gut abliefern und alle Funktionen inkl. Autofokus einwandfrei arbeiten - wäre das ein Schritt in die richtige Richtung und dürfte eine relativ breite Masse ansprechen... zumindest jene, die auch Wert auf das Verhältnis von Preis&Leistung legen.  Denn: Tamron bietet offenbar auch eine 5 Jahres-Garantie als "Inklusivleistung" mit an - eine Leistung für die man bei anderen Herstellern extra zahlen muss, wenn überhaupt vorhanden.

Die Lieferverfügbarkeit des Objektivs wird mit Mitte/Ende Mai kommuniziert... aber da wird man sicher schauen müssen ob das eingehalten wird. Die ersten Infos waren noch auf Mitte 2018 datiert. 
Als Nutzer einer vollformatigen spiegellosen Sony Kamera sollte man sich das Glas gewiss mal näher ansehen...

Weitere Infos findet Ihr hier:

https://www.tamron.eu/de/objektive/28-75mm-f28-di-iii-rxd/

 

VON POTSDAM NACH ST. PETERSBURG - UND ZURÜCK (TEIL 2 VON 8) by Martin Drobusch

Nachdem wir das polnische Łomża hinter uns gelassen haben ging es auf nach Litauen... wir hatten unterwegs eine kleine Unterkunft vorgebucht, die in Užupis ("jenseits des Flusses") liegt, einem Stadtteil von Vilnius.. . Das Viertel ist bekannt unter Künstlern und bietet entsprechend Galerien, kleine Cafes und alternatives Leben.  Während einer Kunstaktion wurde dort gar die "Republik Užupis" ausgerufen. So gibt es darüber hinaus einige internationale "Botschafter" und Ehrenbürger der s.g. Republik - darunter Künstler und große Persönlichkeiten wie der Dalai Lama.

Vilnius selbst ist geprägt von polnischen und russischen Einflüssen. Zudem gibt es viel Kunst im öffentlichen Raum. Ein weiteres prägendes Symbol sind die noch immer fahrenden Oberleitungsbusse (O-bus) - rein elektrisch und damit aus heutiger Sicht der Energiewende ein spannendes Relikt. In vielen anderen Metropolen, etwa in Potsdam gab es vor Jahrzehnten ebenfalls noch O-Busse - diese verschwanden aber aus dem Stadtbild.

Etwas nördlich von Vilnius gelegen findet sich der geographische Mittelpunkt Europas - errechnet haben diesen Punkt französische Geographen im Jahre 1989.  Wer sich zu diesem Punkt vorwagt - kann ihn mit einer persönlich ausgestellten Urkunde wieder verlassen - klasse!

 

Von Potsdam nach St. Petersburg - und zurück (Teil 1 von 8) by Martin Drobusch

Im Spätsommer letzten Jahres war es soweit: Die verrückte Idee, mit dem Auto bis nach Russland zu fahren wurde tatsächlich Realität. 

Alles begann vor etwa 13 Jahren - als ich nach dem Abitur mit zwei guten Freunden einen kleinen Roadtrip in Richtung Ungarn unternahm. In einem alten, aber unheimlich charmanten Citroen BX fuhren wir über Tschechien, Österreich und die Slowakei und landeten schließlich in Budapest... Leider hatten wir damals ziemliches Pech mit dem Wetter. Während in der Heimat fast durchgehend die Sonne schien, wurde das Wetter bei uns immer schlechter.

Nach der Rückkehr keimte dann ziemlich schnell die Idee auf - sowas in "irgendeiner" Form doch irgendwann mal zu wiederholen... Doch wie das oft so ist, bekommen dann andere Dinge eine viel höhere Priorität... Ausbildungen und persönliche Entwicklungen verschlugen zwei von uns dreien in erst einmal in andere Himmelsrichtungen, Familien wurden gegründet, Häuser umgebaut und so verstrich die Zeit.

In den letzten Jahren allerdings keimte die Idee eines möglichen Roadtrips dann aber wieder mal diffus in unseren Köpfen auf - mit dem möglichen Ziel St. Petersburg! Klar war: Wir haben nicht viel Zeit - da meine Freunde ihre eigenen kleinen Familien haben. Das Zeitfenster umfasste also maximal 2 Wochen - für eine Strecke die wir ziemlich sportlich in der Theorie absteckten. 

Von Potsdam aus ging es nach Nordosten innerhalb der EU über Warschau (Polen), Vilnius (Litauen), Riga (Lettland), Tallin (Estland) bis zur EU-Außengrenze in Narva. Von dort ging es dann direkt nach St. Petersburg in Russland - dem eigentlichen Ziel der Reise. Da wir zeitlich gut vorankamen, ging es dann via Helsinki (Finnland) wieder zurück in die EU. Stockholm (Schweden) und Kopenhagen (Dänemark) rundeten unseren Kurs ab bevor wir dann mit der Fähre nach Deutschland übersetzten. Und genau wie vor 13 Jahren war auch diesmal ein Citroen unser treuer Begleiter. In dem Fall ein C4 Picasso. Bis auf einen Glühlampenwechsel verlief die Tour absolut pannenfrei!

Die Unterkünfte haben wir in der Regel spontan recherchiert und angefahren oder mit 1-2 Tagen Vorlauf über das Internet gebucht - gleiches gilt für die genutzten Fähren. Nur für Russland war es wichtig vor der Ausreise aus der EU eine Unterkunft nachweisen zu können.

Im ersten Teil der Bildstrecke könnt Ihr die Tour also von Potsdam aus in die polnische Hauptstadt Warschau verfolgen... eine wirklich spannende und facettenreiche Stadt - hat mir außerordentlich gut gefallen! Nach rund 1 1/2 Tagen ging es dann weiter Richtung Norden bis zum spontan auserwählten Zwischenstopp im polnischen Łomża. 

Für die technisch interessierten: Bis auf die ersten 5 Bilder im Blog kam wieder ausschließlich die RX100 MIII von Sony zum Einsatz. Mit an Board hatte ich 4x 64GB SDXC Extreme Pro Speicherkarten von Sandisk sowie dem mobilen Fotospeicher Nexto ND2901 ( siehe Blogeintrag vom April 2017 ) - der sich dank der Update-Funktion als prima Begleiter darstellte. 

Im zweiten Teil geht es dann weiter in die Hauptstadt von Litauen...